Auszeit im „Wurzlpark“

 

 

 

Die Kreativgruppe der 4bc der NMS Rosegger Knittelfeld besuchte im Rahmen des Unterrichtsgegenstandes „Kreatives Gestalten“ den Wurzlpark in der Weyern-Au, zwischen Apfelberg, Spielberg und Großlobming. Wir waren bei Herrn Charly Pichler, dem Gestalter des Naturparadieses an der Mur, zu Besuch und baten den freundlichen Gastgeber um ein Interview.

 

 

 

Wir sind wohl nicht die ersten Besucher, oder?

 

 

 

Nein, nach euch kommt um 16 Uhr der Montessori-Kindergarten. Es waren schon einige Schulklassen und Kindergärten zu Besuch, aber auch Wanderer, Gäste vom Campingplatz oder Menschen, die nach Ruhe und Ausgleich suchen. Menschen aller Altersklassen und unterschiedlicher Berufe aus nah und fern, junge und ältere Leute Mir ist es egal, woher jemand kommt, mein Motto ist: Hier zählt der Mensch.

 

 

 

Wann haben Sie angefangen und warum die Bezeichnung „Wurzlpark“?

 

 

 

Angefangen hab ich vor 6 Jahren. Zuerst dachte ich an „Oase der Ruhe“, aber die gibt es schon. Dann hab ich die Wurzeln gefunden und daraus Skulpturen gebaut.

 

 

 

Wie kamen Sie hierher?

 

 

 

Ich hatte einen Arbeitsunfall und war eine Zeit lang sogar im Rollstuhl und bin seither in Frühpension. Über Nacht bekam ich wieder Gefühl in den Beinen und Händen und konnte Schritt um Schritt wieder gehen. Mit der Zeit wurde mir langweilig und irgendwie zog es mich an diesen Ort. Der Platz war voll mit Glasflaschen und anderen Müll und ich begann den Platz zu säubern. Gleich darauf  begegnete einem 89-jährigen Bauern (er ist heuer im Alter von 95 Jahren  verstorben), er war mein Mentor, weil er mir das alte Wissen um das Handwerk, wie man eine Blockhütte ohne Nägel baut, weitergegeben hat. Ihm verdanke ich sehr viel. Die Blockhütte ist so stabil, dass sie sogar einem Baumstamm trotzen würde. Leider steht sie auf dem Grundstück des öffentlichen Wasserguts und das Land Steiermark gibt keine Zustimmung zu diesem Projekt. Aber ich hab schon viele Unterschriften, die mich unterstützen.

 

 

 

Wie arbeiten Sie?

 

 

 

Ich mache alles mit der Hand. Hier sieht man, was man ohne Maschinen mit einfachen Materialien alles machen kann.

 

 

 

Haben Sie alles selbst gefertigt?

 

 

 

Alles, bis auf die Brücke,  die kannst du nicht allein machen.

 

 

 

Wie lange braucht man für die Brücke?

 

 

 

Für den Aufbau etwa zwei Tage – inklusive der Materialbeschaffung. Den Bauern und Waldbesitzern bin ich sehr dankbar für Ihre Hilfe.

 

 

 

Wohnen Sie hier?

 

 

 

Man könnte hier wohnen, aber ich wohne in einer Wohnung in Knittelfeld. Selbst das jährliche Hochwasser wäre keine Gefahr.

 

 

 

Welchen Beruf haben Sie erlernt?

 

 

 

Ich hab Dachdecker und Spengler gelernt, aber die letzten 15 Jahre war ich auf Montage. Ich hab die ganze Welt gesehen und war während dieser Zeit immer von unzähligen Menschen aller Sprachen und Nationen umgeben.

 

 

 

Haben Sie Familie?

 

 

 

Nein, dafür hatte ich nie Zeit und damals auch kein Interesse. Ich war immer unterwegs. Heute  genieße ich, wenn ich Menschen begegne und mit ihnen reden kann, aber ich genieße auch die Einsamkeit und die Stille.

 

 

 

Könnten Sie sich ein anderes Leben vorstellen?

 

 

 

Im Moment nicht. Jeder mag die Einsamkeit nicht, für mich ist es der Gegensatz zur Zeit der Montage, wo ich 12 bis 14 Stunden durchgehend gearbeitet habe und nie alleine war.

 

 

 

Wie verbringen Sie heute hier Ihre Zeit?

 

 

 

Arbeiten verrichten, den Platz und die Umgebung sauber halten und genießen.

 

 

 

Danke, dass Sie uns Ihre Zeit und Gastfreundschaft geschenkt haben.

 

 

 

Das Team der Kreativgruppe 4bc:

 

Andre, Amalia, Diana, Evelyn, Julia, Kevin, Katharina,

 

Luca, Melanie, Michelle, Nisa,  Samuel, Victoria

 

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